Ein Projekt der Initiator*innen der Berliner Literaturkonferenz
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INSEL lesen

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erstellt am Januar 27, 2024 , literaturstadt Berlin

Zwei Lesungen in der Berliner Inselgalerie:

Dienstag, 30. Januar 2024, 19 Uhr

Regina Scheer liest „Bittere Brunnen“, mit Gespräch

Mitreißend erzählt Regina Scheer von einer außergewöhnlichen Frau in unruhigen Zeitläuften, geprägt von existenziellen Auseinandersetzungen unter Gleichgesinnten in der Weimarer Demokratie, während die Nazis bedrohlich erstarken, von Widerstand, Flucht und Exil sowie der Hoffnung auf den Aufbau eines anderen Deutschland nach dem Krieg. 


Regina Scheer kannte Hertha Walcher (1894‒1990) seit ihrer Kindheit und führte über viele Jahre Gespräche mit ihr. Sie bietet einen außergewöhnlichen, sehr privaten Blick auf eine beeindruckende Frau, die klandestin nach Moskau reiste, um Dokumente zu überbringen, und dort Lenin und Stalin begegnete; die Spezialistin in der Herstellung von Geheimtinte war, deren Weggefährten Rosa Luxemburg, Clara Zetkin, Wilhelm Pieck, Bertolt Brecht, Willy Brandt hießen. Voller Empathie erzählt Scheer von einem entbehrungsreichen Leben im Dienst einer großen Idee, von unzerstörbarer Hoffnung, von Verbundenheit und Hilfsbereitschaft, aber auch von erbittertem Streit unter Menschen, die doch das gleiche Ziel verfolgen.  (aus der Ankündigung des Penguin-Verlags)

„Dieses erzählende Sachbuch steht für große Offenheit im Umgang mit Brüchen, Ungereimtheiten und Leerstellen unseres Wissens um Lebensläufe – und ist eine genaue Dokumentation politischer Zusammenhänge, deren Spuren die Gegenwart prägen.«

(Begründung der Jury zum Preis der Lepziger Buchmesse 2023)

Bittere Brunnen

Hertha Gordon-Walcher und der Traum von der Revolution

Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2023

Penguin-Verlag, 2023

Porträtfoto Regina Scheer © Kathrin Burghardt 

Dienstag, 27. Februar 2024, 19 Uhr

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Helga Kurzchalia „Haus des Kindes“

 Als die kommunistischen Eltern der Erzählerin nach Kriegsende aus der englischen Emigration nach Deutschland zurückkehren, ziehen sie schon bald mit ihren Kindern in eines der neuen, beeindruckenden Gebäude am heutigen Strausberger Platz.

 Durch die Augen des Mädchens begegnen wir ihren Nachbarn Hermann und Irene Henselmann, Robert und Karin Havemann, den Schriftstellern Alex Wedding, F. C. Weiskopf und Bodo Uhse. Sie alle verbindet der Glaube an ein anderes Deutschland. Doch auch Gleichaltrige lernt das Mädchen kennen. Etwa den Nachbarsjungen, dessen Eltern nach dem Krieg in die Sowjetunion verschleppt wurden und dessen Mutter später in den Westen flüchten wird. Oder ihre Schulfreundin Gilda, die in einem alten Mietshaus hinter der Stalinallee wie in einem anderen Kosmos aufwächst, und die verwaiste Zsuzsa, die nach dem Volksaufstand 1956 aus Ungarn nach Berlin verpflanzt wurde und zu Besuch ins Haus des Kindes kommt. Nach wenigen Jahren fallen die ersten Kacheln von der Fassade auf die Straße, und auch zwischen den Bewohern zeigen sich deutliche Risse. (Matthes & Seitz)

Helga Kurzchalia, Schriftstellerin und Psychotherapeutin, wurde 1948 in Berlin geboren, wo sie noch heute lebt. Die autobiografische Erzählung „Haus des Kindes“ ist ihre drittes Buch. Ihre Romane „Lamaras Briefe“ und „Im Halbschlaf“ erschienen 2000 und 2010.

Helga Kurzchalia „Haus des Kindes“, Friedenauer Presse 2021

Veranstaltungsort ist die INSELGALERIE Berlin, Petersburger Straße 76 A, 10249 Berlin, U5 Frankfurter Tor, M10 Bersarinplatz (hält direkt vor der Tür) 

Eintritt: 5/erm. 3 Euro

Einlass: 18:30 Uhr

Beginn: 19:00 Uhr

Reservierung: lesung@inselgalerie-berlin.de